21 Nov

Erbitte ErLaubnis!

ErLauben Sie mal!Hartmannsdorf (Muht Press). Unter dem Motto „Alles – aber Abstand!“ rückte man heute dem Herbstlaub zuleibe, das sich todesmutig und sehr zahlreich in den Wiesenabgrund gestürzt hatte. „Wurde ja auch Zeit“, monierte die Niedrigste der Wolltruppe vor Ort, „es ist etwas lästig, sich immerzu aus Laubhaufen arbeiten zu müssen, um überhaupt was zu sehen von der Welt.“ „Ganz schön laub hier“ merkte Neuzugang Erni kritisch an, und auch Susi, die zweite Neue im Bunde, kräuselte etwas konsterniert die Stirn. „Es ist so schön, dass man uns das Leben gekauft hat, aber etwas mehr Ruhe im Grundstück wäre schon auch nett.“ Pommernschaf Lotte, Alterspräsidentin der Residenz Am Bierkastenstapel, schüttelte nur nachsichtig den Kopf und schaute einem vorbeifliegenden Blatt hinterher, an das sich ein winziger Käfer panisch gekrallt hatte. „Seid froh, dass Ihr nicht durch die Luft geschleudert werdet. Anderen geht es hier wirklich schlimmer“, merkte sie an.Im frisch aufgeschütteten Laubgebirge „Unter den Fichten“ richteten zahlreiche Insekten derweil verwirrt die zerzausten Fühler. „Wir bauen uns hier eine Winterbehausung, genug Laub für alle ist ja da“, merkte Käfer Kuno bescheiden an. „Gut, dass wir alle noch am Leben sind.“ – Sprachs und bezog still seine Buchenblattdecke.Wir halten Sie mit Abstand auf dem Laufenden.

18 Nov

Leben statt Dinge

Mitteilung in sehr eigener Sache: Wenn im Verein wer Geburtstag hat, kann es gut sein, dass dieser Tag für andere ein Lebenstag wird Tiere verschenkt man sehr wohl, nämlich an deren Leben, und so hieß es heute bei uns „Leben statt Dinge“. – Wir heißen Erni und Susi (die Namen bringen sie bereits mit, und wir sind gespannt, was – oder wen – sie noch so mit eingeschmuggelt haben) bei uns herzlich willkommen und wünschen gute Träume in der ersten Nacht im neuen Zuhause. Und wir versprechen, dass auch ihr Wollgatte „Wuschel“ (hier darf dann aber nachgebessert werden) noch kommen darf, sobald er nicht mehr für Nachwuchs sorgen kann, wofür er demnächst einen unschönen, aber notwendigen Termin vereinbaren ließ. Denn wenn man einmal davon weiß, dass da wer in Not ist, kann man das nicht mehr wegignorieren… – Gibt es eigentlich was Schöneres, als sich zum Geburtstag Leben zu wünschen?

08 Nov

Möhr- oder weniger?

Weißbrot für die Welt! oder: Möhr- oder weniger?Hartmannsdorf (Muht Press).

Da wegen des verhängten Lockdown Light Restaurantbesuche und touristische Übernachtungen verboten sind, griff die Familie „Drei sind keiner zuviel“ zu einem Kunstgriff. „Wenn wir nicht reisen dürfen, ziehen wir eben gleich komplett um“, beschloss der Familienrat letzte Woche einstimmig. „Wir wollen was sehen von der Welt!“ – Um die Verantwortlichen von der Notwendigkeit des geplanten Umzuges zu überzeugen, verfitzte man sich demonstrativ mit den Hörnern im Schafnetz („Das mit dem Zaun ist hier nichts für mich“) bzw. hopste der Einfachheit halber auch gleich mal darüber („Grenzen sind nicht für uns gemacht“). Diese Demonstrationen verschafften der Gruppe letztlich die ersehnte Kreuzfahrt, und so bezog man in den letzten Tagen ein Naturgrundstück am Hartmannsdorfer Rathaus. „Das Essen schmeckt“, freute sich die Reisegruppe.„Allerdings ist Vorsicht die Mutter des Futtereimers! Hier könnte ja sonst jeder kommen“, kommentierte der Herr des Hauses die heutige Lieferung. „Abstandsregel? Maske tragen? – Wer zuerst kommt, käut zuerst wieder“, beschloss hingegen die Kleinste im Bunde. „Immer das Theater mit den schwarzen Schafen“, murrte Seniorin Lotte. „Wenn man sich hier nicht ranhält, ist der Eimer schneller leer, als man „Mäh“ sagen kann!“ – Der Hausherr tat es nach sorgfältigem Abwägen des Für und Wider den Damen gleich. „Aber ich esse nur WEISSbrot“, gab er zu Protokoll, „sonst versaue ich mir womöglich die Haarfarbe!“ – „Der Roomservice funktioniert“, befand DasSchwarzeSchaf abschließend. „Wenn ich JETZT noch jemand bekommen könnte, der mir mit Futtergeld unter die Vorderbeine greifen würde und mich ab und zu mal besuchen käme, wäre ich noch beruhigter.“ „Wir brauchen auch kein Klopapier“, versprach auch Lotte eifrig und hoffnungsvoll. Wir geben diesen Wunsch der beiden Damen hiermit in die Runde und halten Sie natürlich auf dem Laufenden.

02 Nov

LockDownLight

Lock(down)buch Light, Tag 1. Die Maskenpflicht macht auch vor dem Schafessen nicht halt. Heute wurde hygienisch ordnungsgemäß verhülltes Gras geliefert. (An der Niesetikette arbeiten wir noch angestrengt, es scheitert momentan an den nicht vorhandenen Ellbogenbeugen.) – Der großartige Lieferservice barg in diesem Zusammenhang gleich noch unseren gelben Obstkorb, den wir unvorsichtigerweise frisch geTÜVt auf der Wiese abgestellt hatten. Die vollkommen überraschenden Regenfälle, die aus unserer Recenia-Steppe eine Rutschbahn gemacht haben (wofür wir von Herzen dankbar sind!), vereitelten den heutigen termingerechten Einsatz. – Unsere Außenwohngruppe Lichtenau zog daher heute zum dunklen Abend in einem „WirhabendieLösung!“-Transporter zu uns auf die Gemeindewiese um und sortiert dort gerade die Herbstblätter. Da es sich um einen weiteren Haushalt (3 Personen!) handelt, mussten wir leider Abstand halten und können Fotos erst dieser Tage nachliefern. – Bleibt bis dahin alle gesund, guter Dinge und fröhlich!

27 Sep

Buffet to Steh

Genießt Ihr auch alle den Herbst auf der Leiter? – Heute nehmen wir Euch mal kurz mit zu Moni, dem Schaf, das wegen Aggressionen gegen Terassentürscheiben beinahe die Todesstrafe ereilt hätte. – Unsere Moni, die Zeit ihres früheren Lebens mit einem Pony lebte, zieht es noch immer vor, die Schaftruppe tendenziell nur als Schlafgruppe zu verwenden. – Außerhalb der Bettgehzeiten genießt unsere Dicke ihr„Buffet to Steh“ am liebsten ganz ungestört.Da kann man als freundliches Schaf schon mal nett aus der Wolle gucken.

12 Sep

Blattgrünvertreterinnen

Erstens kommt es anders… Da wollten wir heute unserem Kugelduo Anni und Nanni noch mal frische Limbacher Halme servieren, und dann hatten die zwei Murmeln keine Lust auf Obstkorb-Fahrten… Kurzerhand reichten sie unerwartet flinken Fußes ihre Tickets an Rosalie und Ida weiter. Nun schwelgen eben die beiden Verteterinnen in Blattgrün, allerdings hat Ida schon angekündigt, dass sie den Zaun SEHR genau auf Sicherheitsmängel testen wird. Wir erwarten quasi minütlich DEN ANRUF („Eure Schafe sind in Limbach Eis essen“ oder „Hilfe! Auf meinem Sofa sitzt ein Schaf und guckt Sandmann, muss ich ihm Salzstangen dazu servieren?“) Die Führstricke liegen schon unterm Kopfkissen.

05 Sep

Zu Besuch im Botanischen Garten Chemnitz

Ihr Lieben – heute haben wir den fünf Mädels aus der Regionalrettung, die jetzt im Botanischen Garten Chemnitz um Hahn und Löwenzähnchen buhlen, einen Besuch abgestattet. Noch sehen die Jäckchen ganz schön zerpflückt aus, und der eine oder andere Besucher versucht, sich seinen Reim auf die zerrupften Seelchen zu machen. – Aber die Federn werden sprießen, und es ist gut zu sehen, wie fröhlich, zugewandt und selbstbewusst sie durchs Gehege stiefeln. – Wir kamen dort mit einer Familie ins Gespräch und erzählten stellvertretend die Geschichte der fünf Freiland-Haltungs-Hühnerchen und ihrer Leidensgenossinnen – den über 1000 anderen Glücklichem und den ungezählten, die es nicht ins Leben geschafft haben. „Man will das eigentlich alles gar nicht wissen“ ist eine absolut nachvollziehbare Reaktion, aber auch der Grund, warum diese Mädels so aussehen. – „Man“ will es nicht wissen. – Wir glauben, dass fünf zerzauste und lädierte Legehennen heute ein paar Menschen sehr nachdenklich gemacht haben. – Die fünf – keine Publikumsmagneten, nichts Besonderes, nicht spektakulär und SO außergewöhnlich liebenswert! – freuen sich auf Besuch – keine Einzelfälle, sondern leider die akzeptierte Norm. Während ihre Federn sprießen, geht das millionenfache Elend weiter, und wir sind grad wieder ganz schön traurig. „Man“ gibt es nicht. „Man“ sind wir, Du, ich. Eine der Hennen ist auf jeden Fall schon mal ein echtes Hochsprungtalent, eine zweite hatte sich im Ententeich schicke schwarze Socken angezogen, und zauberhaft sind sie alle.Geht sie mal besuchen, gelegentlich, und sagt ihnen ein leises „Danke“ – sie sind die gewesen, die für die regionalen Eier gesorgt haben.

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26 Jul

Was uns bewegt…

Ihr Lieben, ein aufregender Tag für hunderte (!) Legehennen geht zu Ende. Getreu dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt“, möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass das der Initiative einer wundervollen Frau zu verdanken ist, für deren Hilferuf wir getreu unserer Vereinsphilosophie – Lebensplätze finden und GEMEINSAM was bewegen – lediglich ein bisschen Plattform und Kontaktbörse waren. Die Resonanz war viel größer, als wir das erhofft hätten, und wir sind immer noch vollkommen überwältigt. Die armen, zerrupften Körperchen, die Ihr heute in Empfang genommen habt, zerschlissene Wegwerfware nach intensiver Benutzung, sehen noch nicht „schön“ aus, sie sind, darauf möchten wir aufmerksam machen, aber auch keine tragischen Einzelfälle, sondern leider die tragische Realität. Dass sie heute erleben durften, dass ihr ihnen die Hände gereicht habt, ist mehr als ein Wunder. Für unzählige andere in unfassbarer Menge, die gerade den Eier-Markt bedienen (man misst „Geflügel“ ähnlich wie „Fisch“ selten in Individuen) wird dieses Wunder leider nie wahr. Das „regionale Ei“ ist oft genauso schlimm entstanden wie das „Fleisch“ beim berühmten Metzger des Vertrauens, der seine liebevoll zerlegten Schweinehälften auch nur auf dem Schlachthof eingekauft hat, weil ECHTES „Tierwohl“ (was auch immer das ist, wenn am Ende nach der genetischen Optimierung der viel zu frühe gewaltsame Tod steht) nicht im Ansatz mit den Preisen finanzierbar ist, die wir zu zahlen bereit sind. Die Hennen müssen weiterlegen, weil sie ans System angepasst erzeugt wurden, nicht als Tier, sondern als optimiertes Produkt (kein Vogel legt eigentlich mehr Eier, als es der Arterhaltung dient; Eure „Lohmann brown“, nachzulesen auf der Lohmann-Tierzucht-GmbH-Seite, garantieren im ersten Legejahr ca 330. – Wenn sie nicht vorher sterben, aber die „Vitalitätsrate“ von über 90% unter Idealbedingungen in Jahr 1 ist eigentlich auch Bestandteil des Lieferumfangs. – Für die Haltung wird der Halter nicht zur Verantwortung gezogen, weil sie den entsetzlichen gesetzlichen Vorgaben vollkommen entspricht, und kann der „Hersteller“, der die „Produkte“ optimiert und einem schlimmen, schlimmen System angepasst liefert, ohnehin nicht belangt werden…)Wir danken Euch allen, die ihr bereit wart, den Mädels heute ein Leben zu schenken. Wir wünschen frohes Federsprießen, schnelle Heilung der aufgepickten blutigen Stellen, schnelles Gewöhnen an das Tageslicht und das Wetter (wusstet ihr, dass Hühner in einem anderen Frequenzbereich sehen als wir, und bestimmtes Kunstlicht in ihren Augen flackert? Und wusstet ihr, dass sie in ungezählten „Anlagen“ mindestens 12 Stunden täglich künstlich beleuchtet werden…?). Wir wünschen den Mädels den so wichtigen guten ersten Traum bei Euch. Und wir danken der Initiatorin, die absolut eindrucksvoll gezeigt hat, WAS einer bewegen kann, der an seine Träume glaubt. Auf ihr Konto gehen heute hunderte Seelen, von denen niemand von uns gewusst hätte.DANKE.

26 Jul

Brot für die Welt!

Hartmannsdorf (Muht Press) Mitten in die Coronakrise hinein bricht jetzt auch noch die Urlaubszeit. Damit das alles noch irgendwie zu bewältigen ist, wurde seitens des Ferienhausfachpersonals „Fastnocheinbisschengrünewiese“ damit begonnen, einen Brötchenservice anzubieten. Entsprechend der Hygienevorgaben liefern die Ehrenamtler der Lieferdienste (DANKE) nur bis zur Haustür; die Verteilung muss dann jeweils das Housekeeping übernehmen. – Während die Mitarbeiter strikt auf die Abstandsregeln achten, um den Laden nicht vom Ordnungsamt geschlossen zu bekommen, handhaben die Kunden das nicht ganz so Korrekt. So kam es heute zu großem Gedränge an der Brötchenausgabe. „Wer weiß, wann hier wieder mal was kommt“, murmelte Sabse. „Das mit dem Toilettenpapier hat uns ja nicht ganz so getroffen, aber Lieferengpässe, was Regen angeht, kennen wir nun zur Genüge!“ Rosalie und Ida, zwei Drittel des Trios „Parkpolizei“, warteten mehr oder minder geduldig auf ihre Ration, während Anni und Nanni sich derweil im Zaunklettern übten. Moni erwog kurz Ähnliches, dachte dann aber an ihre Würde und zeigte nur stummen Körpereinsatz. – An die Verteilung schloss sich die Weiterbildung „Bäume essen im Wald – Aber kein Eichhorn?“ an, die Moritz souverän leitete. „Wer Blätter will, muss Bäume biegen“, dozierte er und demonstrierte an mehreren jungen Ahörnern das Vorgehen. „Ihr nehmt den Baum mittig vor die Brust und lauft dann langsam los – SO -, bis ihr an der Krone angekommen seid. – So erweitern wir die Weiden bis in den Himmel hinauf.“ „Schmeckt“, bestätigte Ida, möchte den Versuch aber zunächst ohne Paparazzi wagen. „Nicht, dass ich dann in Wipfeln sitze und in Kronen wohne, bei meiner Wespentaille ist das gar nicht so abwegig“, gab sie zu bedenken. Wir wünschen guten Appetit, eine traumschöne Ferienzeit unter Blätterdächern und Himmelszelten und halten Sie natürlich wie immer auf dem Laufenden.