17 Jun

Unterwegs im „Obstkorb“

Jungfernfahrt des vereinseigenen Obstkorbes – Familienzusammenführung auf Wiese Drei („Das Paradies“) geglückt

Hartmannsdorf (Muht Press)
Heute war wieder einmal Umzugstag. Unter dem lauten Böllerbeifall des Himmels, der neben einem zünftigen Feuerwerk endlich auch den so bitter ersehnten Regen ins verbrannte ehemalige Grün der Hartmannsdorfer Wiesen fallen ließ, wandelten sich Dinge zum Besseren.
Neben Lisa, die das Drama inzwischen gewohnt ist, war erst – und vielleicht sogar letztmals auch Paula von Lossa aus der Nähe von Wurzen mit von der Partie. Ihre ehemaligen Besitzer hatten lange gesucht, um für sie ein nettes Zuhause mit Familienanschluss zu finden, aber in Zeiten steigender Mieten und fehlenden Platzes für klassische Benutztiere war das Unterfangen zunächst mühsam.
Letztlich konnte dank vereinsinterner Bemühungen aber eine Lösung gefunden werden.
Paula war vom Tempo der Ereignisse dennoch sehr überrascht.
„Ich kam gerade noch dazu, meinen Kulturbeutel und die Handtasche zu schnappen, und dann half man mir schon sehr tatkräftig in die Staatskarosse“, berichtete Paula überrumpelt. „Eben noch war alles wie immer, und schwups – habe ich eine neue Familie zugeteilt bekommen, inclusive Pflegekinder und völlig neuer Wohnung!“, erzählte sie aufgeregt.

Auch Lisa und ihre Kinder sind momentan noch etwas verwundert. „Wir mussten schon wieder umziehen – hoffentlich hat das bald mal ein Ende“, murmelte die Mutter resigniert und kämmte den Sprösslingen flugs noch einmal die Haare. „Seid nett zur Tante und zu den Vermietern, damit das hier mal was auf Dauer wird!“, raunte sie ihren Kindern noch zu, bevor sie ihr neues Zuhause unter alten Bäumen in hohem Gras vorsichtig in Augenschein nahm. „Ich würde das hier ungern aufs Spiel setzen, das Grundstück ist ausgesucht behaglich und es sieht stark nach absolutem Familienanschluss aus.“
Der traurigen Paula, die unter der Einsamkeit der letzten Zeit sehr gelitten hatte, gelang ein erstes vorsichtiges Lächeln, als sie Lisa begrüßte. „Ich freue mich sehr, endlich wieder nette Gesellschaft zu haben. Dafür hat sich die ganze Aufregung wirklich gelohnt.“ Sprachs, packte still ihr Köfferchen aus und begann zusammen mit ihrer neuen Familie, die Betten im Kornfeld zu beziehen.
„Wenn die Kinder in den Gräsern sind, trinken wir ein gemeinsames Gläschen Gänsewein. Geregnet hat es ja hier vorhin gerade genug. – Wir haben uns so viel zu erzählen“, freute sich Mama Lisa schon einmal vor. „Die Wollbrigade war schon nett, aber die wollte ja mit uns immer nicht so viel reden. – Und die Hollywoodschaukel hier im Garten erobern wir klammheimlich als nächstes.“

Wir wünschen den Vieren eine schöne Kennlernzeit und gute Träume in der ersten Nacht im neuen Zuhause und allen Wiesentischen ein endlich wieder gutes und fröhliches Wachstum.

Und hier kommt unser obligatorischer Lieblingssatz: Willkommen im Leben, liebe Paula!

PS. Wir danken ALLEN, die uns geholfen haben, den „Obstkorb“ zu kaufen – er macht uns allen das Lebenretten so viel leichter .

10 Jun

Bilz Tag 2018 auf Schloss Rochsburg

Foto: Mario Hoesel

Momentaufnahmen – Heute in wunderschöner Kulisse – Gesundheitstag mit dem Hof Lebensglück aus Leipzig, unserer zauberhaften Lisa und der Kostbar sowie der DSGVO. Die Einwilligungen der abgebildeten Menschen, Gebäude und Pflanzen liegen dem Verein natürlich vor.

 

02 Jun

Kleinem Verein droht großer Ärger ;-)

Kleinem Verein droht großer Ärger – Verstoß gegen die DSGVO!

Hartmannsdorf (Muht Press). Zu einem klaren Verstoß gegen die DSGVO, die nicht nur flächendeckend Menschen schaf(f)t, kam es am heutigen Samstag auf der Schmetterlingswiese des NABU, die seit kurzem in fachmännischer Betreuung einer neu zusammengestellten Mähbrigade unter Leitung von Lady Winipeg Pommer Von Rinteln steht.
Blieb man bisher von Paparazzi weitgehend verschont, so kam es heute dann doch zu einem Shooting aus dem Hinterhalt. „Das ist ein ECHTER Skandal“, beschwerten sich die drei Rintelner Damen. „Wir wurden in die Fremde verschleppt, stundenlang gefangengehalten, sind komplett nackig und wurden überhaupt nicht gefragt!“, empörte sich Erika. „Wir finden ja, das Leben hat sich zum Besseren gewendet“, wandte Alma aus Stollberg vorsichtig ein. „Da kann man schon mal Kompromisse machen. Immerhin wären wir in ein paar Tagen maximal noch in Einzelteilen vorhanden gewesen.“ „Ich bin sehr froh, dass alles so gekommen ist“, bestätigte Steffi, die als ungeplantes Bonusschaf am Sonntag ebenfalls noch fix dem sicheren Tod entkommen war. Sprosse, die Dritte im Bunde, guckte dennoch sehr prüfend übers Areal. „Ich Trau dem Frieden noch nicht. Das ist doch alles viel zu schön, um wahr zu sein.“
Lisa und Kinder hielten sich aus der Wiesendebatte gänzlich heraus und versuchten durch einen Knuddelangriff mit Charmeoffensive, die Fotos zu verhindern.
„Wir haben NICHT zugestimmt. Die Bilder sind sicher unvorteilhaft, weil man unsere Speckröllchen sieht. Das zeigen wir an“, gab MariettaDieKugel zu Protokoll. „Vorher gibt’s aber erstmal noch etwas Wiesensalat.“

Dem Verein droht nach diesem Verstoß nun vermutlich das Aus, weil er die hohen Bußgelder nicht bezahlen kann.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

26 Mai

Mission „Pommern in Niedersachsen nach Mittelsachsen“

Eilmeldung: Mehrere Schäferstündchen geplant +++ Stopp +++ Mission „Pommern in Niedersachsen nach Mittelsachsen“ soeben gestartet +++ Stopp +++ Drei Schafe sitzen auf gepackten Koffern +++ Stopp +++ Abschiedsfeier in Rinteln in vollem Gange +++ Stopp +++ Willkommensfeier in Hartmannsdorf schlecht vorbereitet +++ Stopp +++ Familie Lisa macht panischen Hausputz +++ Stopp +++ Bettwäsche wurde nicht rechtzeitig aus der Wäscherei geliefert +++ Stopp +++ Betten im Kornfeld müssen reichen +++ Stopp +++ Begrüßungsessen am Wiesengrill gesichert +++ Stopp +++ Es gibt Sachsen-Gras und Gänsewein +++ Stopp +++

Was lange währt, wird besonders gut! Unsere drei Neuen hatten eine wirklich beschwerliche Reise in Hitze und mit voll gesperrter Autobahn (wir mögen uns gar nicht vorstellen wollen, wie es den anderen, den Benutztieren in diesem Stau ging, in dem wir die Schattenwürfe der LKW-Führerhäuser ausnutzten, um die drei Mädels nicht zu garen). Trotz alledem ließen sie sich super brav ausladen, liefen mit uns übers Bächlein (sie eleganter als wir) und jetzt sind sie DA.Wir danken ihren Züchtern von Herzen, dass wir sie haben dürfen Lisa und Familie sind sehr froh, dass sie Gesellschaft haben, und die drei Mädels aus dem Weserbergland haben erst einmal ein Maulvoll Sachsengras genommen Wir wünschen ihnen wunderbare Träume in ihrer ersten Nacht im neuen Zuhause

19 Mai

Damenmaßschneider am Werk

Haute Couture vor der Tür!

Hartmannsdorf (Muht Press). Am gestrigen Freitag war es endlich soweit: Der lange erwartete Damenmaßschneider besuchte die Wiese, um die neue Sommerkollektion an die Frau zu bringen. Die Damen zierten sich zunächst ein wenig, besonders Familie Skudde übte sich in Zurückhaltung. „Ach, das ist doch gar nicht nötig, unsere Sachen sind doch noch gut“, äußerten sie sehr bescheiden und räumten eilig die Garderobe. Somit waren die ersten beiden Neugekleideten Anni und Nanni, denen die Anprobe allerdings auch etwas gegen den Strich ging. Dank ihres Kampfgewichtes konnten sie ihr Missfallen zwar deutlich machen, jedoch letztlich nicht deutlich genug. Bertha und Lola, ebenfalls nur partiell begeistert, sagten sich „Augen zu und durch“. Familie Skudde ließ sich dann standesgemäß zur Anprobe tragen, nachdem das Personal sich zunächst schwer mühen musste, ihrer habhaft zu werden, und beherzt quer durch die Botanik hechten musste. Moritz, Chef des Ganzen, stand als Prozessbeobachter ganztägig im Zentrum des Geschehens. Der Begriff „Bocksprung“ bekam hier insgesamt eine völlig neue Bedeutung.
Am Ende des Tages trugen dann aber doch alle Wollfrauen Kurzhaarfrisur und Sommergarderobe. Tofu, Olga und Nochohnenamen, die drei Kinder der Skuddendynastie, hatten zunächst Schwierigkeiten, ihre erschlankten Mütter zu identifizieren.
Die ausgedienten Winterjacken werden von den Wiesendamen nicht mehr benötigt und stehen daher zur Kleiderspende zur Verfügung. Die absolut vegane Schafwolle eignet sich für Hobby, Teppich, Wundversorgung, Hautpflege und Beruf und kann gegen eine kleine Spende ins Sparschwein der Skuddenkinder gern mitgenommen werden.

„Wir sind erleichtert“, äußerte Frau WHolle, „aber das nächste Mal erwarten wir einen Sektempfang und Canapees in der Garderobe.“

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

14 Mai

Skandal: Wiese vermöbelt!

Skandal: Wiese vermöbelt!

Hartmannsdorf (Muht Press). Unter dem Motto „Palette frei“ bewiesen heute tatkräftige Altenpflegeschülerinnen („Teilzeit“), unterstützt von Lehrkraft und Freundschaft, Muht zum Akkuschrauber und sorgten für Niveau im Wiesencafé. Unter den äußerst kritischen Blicken der einheimischen Rasenmäher entstanden Sonnenbrände und rustikale Sitzmöbel für künftige Kaffeeklätsche (Zielgruppe: ganz jung bis ganz alt). „So richtig schafgerecht ist das aber nicht“, monierten Anni und Nanni, die vergeblich nach einem Karottenhalter, dem Brotkorb oder auch nur einer schlichten Gänseweinbar Ausschau hielten. „Sitzen können wir darauf auch nicht“, gab Moritz zu bedenken, „unsere Knie sind leider verkehrtherum eingebaut.“
„Aber anlehnen – anlehnen geht prima“, mümmelte Bertha zufrieden.
Familie Skudde äußerte sich zunächst nicht zur Sachlage, da sie zu sehr mit dem neu freigegebenen Rasenstück beschäftigt war. „Mit vollem Mund spricht man nicht“, rügte Soja mit vollem Mund ihr vorlautes Tofukind. Dann herrschte wieder Ruhe bei Tisch.
Der Bautrupp feierte mit einem zünftigen Mittagessen, von dem die Wiesenbrigade kein Krümelchen erhaschen konnte, Richtfest und testete die Möbelserie „Schaf ahoi“ auf Herz, Nieren und Altersgerechtigkeit. Für Verschönerungsarbeiten wird ein weiterer Einsatz nötig werden, kündigten die Bauleiterinnen schon einmal an. Eine Übernahme durch andere Schüler/innen sei nicht möglich, da kein anderer die Materie des Prototyps so gut kenne wie die Designer selbst.
Nun freuen sich alle Beteiligten, noch nicht Beteiligten und sonstigen künftigen Nutzer auf die ersten Wiesenkaffees im Wiesencafé.
Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden!

Vorankündigung „Nachlese“: Der Zaunbau zu Hartmannsdorf an anderer Stelle wird an dieser Stelle nachgereicht, sobald es der unfähigen Redaktion endlich geglückt sein wird, dem Tag die Zeit und dem Rechner die Bilder zu entreißen und einzupassen. Bleiben Sie neugierig!

13 Mai

Bald Schmetterlinge im Bauch?

Bald Schmetterlinge im Bauch?

Hartmannsdorf (Muht Press). Bei schönstem Maiwetter kam es heute zum
wiederholten Mal zu einer Entführung von Wiese 1.
Dieser voraus gingen zunächst olympische Aktivitäten auf dem Areal „Schmetterlingswiese am Krankenhaus“, die schon seit einiger Zeit gut umzäunt der Dinge harrt, die da kommen. Heute gab es zunächst Spiel und Spaß für große Jungs mit dem Riesen-3D-Puzzle „Weidezelt“ und einen kleinen Fitnessparcours für die Damen des Vereins („Anker klopfen“). Anschließend konnten sich die Herren dann endlich in der Disziplin „Hürdenlauf mit Schaf“ beweisen.
„Allmählich hab ich diese dauernde Umzieherei satt“, meuterte Lisa, die wie ihre Kinder heute mehrfach den Boden unter den Füßen verlor. „Es ist zwar Muttertag, aber mir hätte durchaus ein Blumenstrauß gereicht. Ein ganzer Blumenteppich ist etwas übertrieben!“

Die Ankündigung, dass zur schwarzen Vorhut demnächst drei Wollmädels aus (Vor)Pommern (über Rinteln) dazustoßen werden, um im Kampf gegen das Megagras tatkräftig zu helfen, konnte Lisa nur partiell trösten. „Wieder alles neu, wieder die Wohnung neu einrichten, wieder Kinderzimmer tapezieren“, murrte sie, während die Jugend schon einmal das Terrain erkundete.
„Zumindest ist das Haus recht schick“, äußerte sich Lisa schließlich etwas besänftigt. „Und etwas weiter nebenan wohnt eine große Schafherde mit Schäferesel, da hab ich wenigstens wen zum Schwätzchen übern Gartenzaun. Müssen wir halt alle etwas lauter rufen.“ Sprachs – und pflückte sich ein Lindenblatt.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

20 Apr

Wo Schmetterlinge fliegen sollen

Foto: Andreas Seidel

Schüler pflegen Schmetterlingswiese auf ungewöhnliche Weise
Auf einer Fläche hinter dem Krankenhaus in Hartmannsdorf sollen Insekten heimisch werden. Dabei setzen Naturschützer auch auf Vierbeiner.

Von Rita Türpe
erschienen am 20.04.2018

Hartmannsdorf. Auf einer Wiese in Hartmannsdorf sollen Schafe allzu üppigen Graswuchs eindämmen und Lebensraum für Schmetterlinge schaffen. Eine Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) hat sich dafür einen Verein ins Boot geholt, der Haustiere vor dem Schlachthof rettet. Fachschüler beteiligen sich ebenfalls an der Aktion.

Seit Herbst 2015 betreut die Regionalgruppe Burgstädt des Naturschutzbundes Deutschland eine Schmetterlingswiese auf einer ehemaligen Landwirtschaftsfläche unterhalb des Krankenhauses. Doch statt einer blühenden Wiese, die Schmetterlingen in allen Entwicklungsstadien Lebensraum und Nektar bietet, habe der nährstoffreiche Boden bislang nur Gras wuchern lassen, sagt die ehrenamtliche Schmetterlingsbeauftragte Marion Luise Süß. Der Hartmannsdorfer Verein „Mu(h)t zum Gras“ und Schüler der Chemnitzer Aus- und Weiterbildungseinrichtung Euro-Akademie sollen helfen, das zu ändern.

Erstes sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit war gestern das Aufstellen eines hohen Weidezaunes rings um die Wiese. „Wir wollen das Areal künftig mit Schafen beweiden“, sagte Vize-Vereinschef Burkhard Werner. Er und seine Mitstreiter retten Nutztiere vor der Schlachtung. Die Futter- und Tierarztkosten werden über Tierpatenschaften finanziert. Aktuell betreue der 2016 gegründete Verein 19 Schafe und fünf Lämmer, ergänzte Werner. Im Mai sollen drei weitere Tiere der Rasse Rauhwolliges Pommersches Landschaf hinzukommen. „Diese werden künftig das Areal am Krankenhaus fachgerecht betreuen“, so Werner. Die Tiere sollen das Mähen überflüssig machen, das bislang der Kommune Kosten verursachte, erläutert Süß. Laut Werner hat der Verein eine Nutzungsvereinbarung mit der Gemeinde abgeschlossen. Er erwartet zudem, dass die Tiere schnell zu einer Attraktion für Spaziergänger werden. „Es handelt sich um eine sehr alte und heute äußerst seltene Hausschaf-Rasse“, sagte er.

Den 300 Meter langen Zaun, der als Abgrenzung der rund 5600 Quadratmeter großen Fläche gestern von künftigen Heilerziehungspflegern aufgestellt wurde, habe die Gemeinde gekauft, erläutert Werner. Die zwischen 20 und 45 Jahre alten Schüler schauten sich das Gelände vor dem Aufstellen genau an. „Wir haben vereinzelt Schmetterlinge gesichtet, vor allem aber Bremsen sowie einige Bienen“, sagte Louis Queck. Maulwurfshügel seien zudem ein Zeichen, dass es im Boden Würmer, Insekten und deren Larven gibt. Für die Schüler gehöre die Aktion zu einem Projekt, bei dem es um das Thema Nachhaltigkeit sowie um das Insektensterben gehe, erläuterte Lehrerin Jasmin Klein. Sie werden das Areal noch mehrfach besuchen, um die Entwicklung zu dokumentieren.

Für etwas Verwirrung sorgte zu Beginn der Arbeiten am Vormittag ein an das Krankenhausgelände angrenzender Weg. Den habe es im Plan des Nabu nicht gegeben, hieß es. Am Mittag stand fest: „Der Weg bleibt offen, sodass ihn Spaziergänger – ebenso wie die Sitzbank am Teich – weiterhin nutzen können“, sagte Sabrina Lopens, die als Lehrkraft der Euro-Akademie das Projekt betreut und Mitglied im Hartmannsdorfer Verein ist. „Ich gehe hier manchmal auch mit meinem Hund entlang“, meinte sie. Der Kontakt der Einwohner zu den Haustieren und ihr Interesse für die Natur sei gewollt, versicherte sie.

Werner kündigte an, dass es darum auch bei einer weiteren im Mai vom Verein und der Euroakademie geplanten Aktion geht. Dabei würden angehende Altenpfleger während ihrer Ausbildung auf dem Vereinsgelände neben dem Pflegeheim Recenia in Hartmannsdorf Sitzgelegenheiten aufbauen und Kaffeekränzchen initiieren, bei denen die Heimbewohner Kontakt zu den dort lebenden Schafen bekommen sollen, erklärte er.

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14 Apr

Hühner in Sicherheit

Wisst Ihr noch – Ostern? Das Fest, zu dem Eier eine Hauptrolle spielen? – Die Eier bringt nicht der Osterhase, das ist ein Märchen. (Tut uns leid.) Die Eier, die wir bunt anmalen, auspusten (was für eine Verschwendung), verstecken und wiederfinden, werden von Hühnern gelegt, in großen Ställen, sehr eng, weil SEHR voll. (Wenn man mit dem Eierverkauf Geld verdienen muss, braucht man nämlich viele Eier. Je mehr Hühner in so einen Stall passen, desto effektiver.) Und dann, nach ca 15 Monaten, wenn die Mauser (und damit die eierarme Zeit) ansteht und die Verluste höher werden, weil die Hennen dem täglichen Legemarathon im täglichen Kampf um Platz und Frieden erliegen, wird ausgestallt. In aller Regel Richtung Schlachthof; für den menschlichen Verzehr sind die ausgemergelten kleinen Körper dann aber eher nicht mehr so geeignet. –

Heute wurde auch wieder ausgestallt. Aber: Der wunderbare Verein Rettet das Huhn e.V. hat für so viele so wenige kleine, große Federseelen wieder das Wunder von Leben wahr werden lassen.
Für viele, viel zu wenige ausgediente (nicht: alte!) Legehennen öffnete sich heute das Tor ins Leben. Und wir hoffen (wieder), dass sie es lange, lange genießen können.
Bleibt die Frage:
Für ein paar Hennen zum
Samstag Abend SO WEIT fahren? – Wir dürfen mit ihnen das Leben feiern, nachdem sie dieser Maschinerie, in die sie geboren wurden, heute entronnen sind. – Ja. für „ein paar Hennen“ so weit fahren. Jede ein Individuum, jede eine kleine Welt, jede eine riesengroße Seele.
Willkommen im Leben. Wir sind sehr dankbar, dass wir wieder dabei sein konnten.

07 Apr

Skandal – Vier Schafe ausgesetzt!

Hartmannsdorf (Muht Press). Zu einem Fall von Aussetzung in der unwirtlichen Wildnis kam es am heutigen Nachmittag. Vollkommen unangekündigt und gänzlich ohne Vorwarnung wurde die kleine Familie Schwarz aus ihrem gemütlichen, wenn auch etwas engen Häuschen entnommen, in einen Hänger verladen und ohne jede Erklärung auf der Wiese ausgesetzt. Die dortige Mannschaft wurde ebenfalls im Vorfeld nicht über dieses Vorhaben informiert und reagierte zunächst entsprechend ratlos. „Noch mehr Fresser“, schimpfte Anni, die sich aus Versehen kurz in die wilde Stampede eingereiht hatte und einen schwerfälligen Galopp aufs Wiesenparkett legte, sich dann aber schnell ihrer Würde besann und etwas beschämt abbremste. Brigade Kahlfraß (die Kameruner) rannten zwar noch ein wenig länger; als aber Moritz als Chef des Ganzen die Neuankömmlinge in Empfang genommen und kurz eingewiesen hatte, fügte man sich mehrheitlich murrend der Situation. „Ich weiß gar nicht, was das soll“, murmelte Lisa bekümmert, „immerhin ist das doch sogar die Geburtswiese meiner Kinder.Wir KENNEN uns doch alle schon über zwei Tage!“
Lutz und Isabell, die zwischendurch kurz Mühe hatten, im allgemeinen Gewühl ihre Mama wiederzufinden, hatten recht schnell beschlossen, der neuen Lebenslage das Beste abzugewinnen, und übten sich im Bockspringen. „Das Geraufe an der Raufe fangen wir gar nicht erst an“, beschied Lola und schubste den Lutz kurz zurecht, als der nach den besten Halmen angelte.
Bertha, die kurz allein im Winterquartier zurückgeblieben war, zeigte sich deutlich besorgt und erteilte dem Angebot, den Garten und ihr Häuschen weiter nutzen zu können, schweren Herzens zunächst eine Absage. „Die junge Mutter kommt NIE ohne mich klar da oben. Da werde ich mich wohl opfern müssen. – Bringt mich hoch.“ – Lisa war ausgesprochen erleichtert, die Seele der Herde wieder an der Seite zu haben. Nur Lutz und Isabell murrten ein wenig, da sie ahnten, dass mit dieser Erziehungsberechtigten wieder Zucht und Ordnung einziehen würde.
Die einzigen, die gänzlich kommentarlos und sehr gelassen auf die Neuankömmlinge reagierten, waren die Skudden. „Hier gibt es so viel zu finden, das reicht dreimal für uns alle“, gab Die Kuller als sachliche Bemerkung in die Runde. „Ihr seid alle einfach viel zu mäkelig.“
Wir halten Sie auf dem Laufenden.