06 Okt

Wiesenbewohner

Heute möchten wir Euch auch einmal ein „paar“ der anderen Wiesenbewohner vorstellen, die hier friedlich mit unseren Schafen das Terrain teilen und eifrig an ihrem Wohnhaus bauen.
Während wir Zäune ausgesprochen umständlich, aber natürlich selbstverständlich um Eingänge von unterirdischen Baumeistern herum bauen, um ihnen ihre Wege nicht zu versperren, hat Familie Ameise im Frühjahr beschlossen, ihr Domizil gleich mittendrin im Schafparadies zu errichten. Nun staunen wir täglich übers Bautempo der sechsbeinigen Architekten (Übrigens: „Die Mehrheit auf Terra hatte sechs Beine.“ – Wilson in „Schrödingers Katze“) und freuen uns still, dass hier auch andere Wesen so ganz selbstverständlich sichere Lebensräume haben dürfen. – Von den Eidechsen und Krötlein erzählen wir Euch später auch noch.

03 Okt

Ziemlich sicher ohne Raps: Boheumian Rhapsody. (The Wiesen-Queen)

Hartmannsdorf (Muht Press). Zu einem kollektiven Erleichterungsseufzer von Mensch und Tier kam es heute zum Feiertag auf der Wiese „Schaf ahoi“: Dem findigen Personal der Mähbrigade „GrünJaGrün“ war es wahrhaftig gelungen, in Zeiten nicht mehr vorhandener Heureserven weitere 4 Ballen auf die Wiese zu bekommen. Woher dieser Trockengrassegen kam, wird auf ewig das Geheimnis der Grasdealer bleiben; die Wiesenbewohner jedoch sahen es mit Freuden. „Wir hatten ziemliche Bedenken, ob die Futterkammer wirklich über den Winter reicht“, gab Nala zu. „Die Dicken hier haben einen ordentlichen Grundumsatz, da hat manches nette Schaf dann doch gern mal das traurige Nachsehen.“
„Und nachdem gestern die versprochene Lieferung nicht kam und wir bis in die tiefe Nacht noch hofften, war die Stimmung ziemlich gedrückt“, erklärte Sabse. „Aber nun ist ja das Winterheu im Trockenen.“ „Ich bin SO froh, dass meine Herde jetzt WIRKLICH solide abgesichert ist“, gab Moritz zu Protokoll. „Da kann ich mir dieses heimliche Aushängen der Zäune glatt sparen – die Mädels werden NICHT verhungern!“
„Solide – groß – beruhigend“, äußerten Anni und Nanni nach eingehender Gütekontrolle der neuen Vorräte unisono. „Allmählich glaube ich auch daran, dass unsere Kinder in ihrem ersten Winter nicht hungern müssen“, meinte Skuddenzwillingsmutti Matilda sehr gerührt und wischte sich verstohlen ein Erleichterungstränchen an Mitmutter Soja ab. „Es ist ein WUNDER“, flüsterte die Kuller ehrfürchtig.
Auch die Abteilung „Sechse ziehen durch die ganze Welt“ zeigte sich beruhigt. „Wir sind zwar wirklich mit wenig zufrieden“, sagte Alma, „aber es tut gut, zu wissen, dass es nun auch ein bisschen mehr sein darf!“
Die Kameruner schauten dennoch ein wenig skeptisch in den Herbststurm. „Wir sorgen trotzdem weiter für den Ganzjahresspeck, man weiß ja nie. Besser kullerrund als grashälmchendürr. Dann wird man auch nicht so schnell umgepustet.“
Einzig Bertha und Lola ruhten weiterhin in sich. „Seit wir hier sind, hat sich unser Leben dermaßen gedreht, dass wir vollstes Vertrauen in die Leute hier haben. Es gab bisher nie wieder einen Hunger-oder Dursttag, die Ketten am Hals sind Geschichte, die Dächer überm Kopf reichen locker für alle, und wir müssen nicht mehr sehen, dass wir irgendwie so schlecht und recht zurechtkommen“, sagte Lola, Polizeischaf der Wiese. „Ich werde auch in meinem 18. Winter ganz sicher bestens umsorgt“, zeigte sich Bertchen ebenfalls sehr zuversichtlich. „Und ich freue mich schon auf das frische Frühlingsgrün im nächsten Jahr.“

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

PS. Ohne Lebenspaten keine Leben – wir danken im Namen der Mähfamilie mal wieder allen ganz, ganz herzlich, die uns hier unterstützen Zusammen mit Euch schaffen wir dann eben doch immer das Unmögliche – auch in Zeiten großer Teuerunge.

29 Sep

Gut sortiert ins Wochenende, oder: Der Herbst macht heiter weiter.

Hartmannsdorf (Muht Press). Die sechs Sommerurlauberinnen und Schmetterlingswiesenbetreuerinnen, welche seit Mittwoch für die Wintersaison in Hartmannsdorf residieren, haben inzwischen die Wiese erkundet und sich ein erstes Bild gemacht.

Die Sprosse gab auf Nachfragen unserer Zeitung eine erste Einschätzung der Situation: „Es ist sehr nett hier, die Außenanlagen sind idyllisch und die Nachbarn sehr freundlich. Heute wurde ja dann auch unsere Villa von der Schmetterlingswiese angeliefert, sodass wir ein extra Appartement hätten, falls uns das Gewusel dieser lauten Kurzhaarfrisurenträger mal zu viel werden sollte.“ „Wir bleiben immer hübsch zusammen, das machen die anderen schließlich auch. Eine für alle, alle für eine“, stellte Erika fest.
„Wir fressen sortenrein“, äußerte sich MariettaDieKugel zum Sachverhalt. „Wo kämen wir denn da hin, wenn hier alles durcheinanderginge! Wir hatten schon genug damit zu tun, den drei Sachsen eine ordentliche Mittagsruhe beizubringen. Das strukturiert den Tag!“ „Hier fressen irgendwie alle dauernd und ununterbrochen“, wunderte sich auch Steffi. „Und kaum kommt irgendwer gelaufen, rennt alles brüllend los und beschwert sich übers Buffet.“
„Im Wald war’s ruhiger“, schätzte auch Alma die aktuelle Situation ein. „Allerdings ist es auch ganz lustig, die anderen beim Kampf um das beste Blättchen zu beobachten.“
Familie Skudde stimmte, schweigend wie immer, den Statements der Brigade „Alle sechse“ zu, während die Kameruner schon wieder schreiend auf den nächsten Wiesenbesuch zustürzten.

Bertha und Lola, Stammmütter des Vereins, schwiegen gemütlich ins Gras hinein, während Anni und Nanni erste Sorgen äußerten. „Hoffentlich reicht das Heu für uns alle, es war ja ein sehr wenig wuchsfreudiges Jahr“, barmte Anni. „Am Dienstag soll wohl noch ein Portiönchen geliefert werden, hoffentlich bekommt der Roomservice das auch hin!“ „Die neue Futterstelle steht ja schon mal, da haben wir zumindest alle gleichzeitig Platz am Tisch“, zeigte sich Nanni verhalten optimistisch.

Wir bangen mit und halten Sie natürlich auf dem Laufenden.

26 Sep

Almabtrieb

https://www.facebook.com/muhtzumgras/videos/2169012936701444/

Heute hatten wir Almabtrieb und Familienzusammenführung – der Sommer ist vorbei, der Sommerurlaub beendet. Unsere Urlauber bezogen das Winterquartier und wurden umgehend, unkompliziert und diskussionslos in die Großfamilie assimiliert. Wir danken den Ferienbetreuern, die wunderbare Arbeit geleistet haben und uns sechs Kuschelschafe in den Hänger lotsten – ohne Zwang, Netz, doppelten Boden oder Führstrick, aber mit wahnsinnig viel Vertrauen.
Wir wünschen den sechs Heimkehrern gute Träume in dieser ersten Nacht – sie sehen die Stammwiese heute zum allerersten Mal und beziehen gerade ihre Betten.
Willkommen zu Hause!

16 Sep

Kulturzeit im Wiesenfunk Hartmannsdorf…

Heute: Der Chor der Befreiten. Aus der 9. Singvomvieh von Moritz von Mähthoven.
Dargeboten vom Wiesenfresskreis „Her damit!“
Es dirigiert: Bertha Masur.

Heute kauen wir versunken
Apfelwein, im Stück serviert.
Er macht wenig nur betrunken,
dennoch Andacht ihm gebührt!

Uns‘re Mägen, alle viere, freut solch köstlich Apfelmahl.
Und wir rufen: Venceremos! Fressen wir die Wiese kahl!

Wem das große Glück gelungen,
Hier bei Schafen Schaf zu sein,
Wer das Leben hat errungen,
Stimm‘ in unser‘n Jubel ein.
Macht mit Inbrunst Fressgeräusche!
Mampft die runden Äpfel rein!
Füllt nicht nur mit Gras die Bäuche!
Apfelrund woll’n wir auch sein!

01 Sep

Schneewittchen mal anders..

Heute lernte Anni ihre komplette Patenfamilie kennen.Und weil unser Schwergewicht so sehr mit Apfelessen beschäftigt war (getreu dem Motto „Erst fressen wir Deins und dann jeder seins“ ), sprang Moritz wieder ganz selbstlos ein und gab die Kuschelstatue.
Familie Skudde hielt sich wie immer zunächst bescheiden im Hintergrund, während sogar Polizeischaf Lola den Minimenschen willkommen hieß
Wieder einmal können wir nur DANKE sagen – ohne ihre Lebenspaten hätten die Schafe Hunger und unsere Arbeit wäre nicht möglich
Wir freuen uns auf den nächsten PatentantenonkelkindBesuch

25 Aug

Zäune dicht und Erzgebergeschafkuscheln

Nach Zaunsicherung durch unseren Oberschäfer Burkhard und dessen klitzekleinen Schäfergesellen Theodor konnten wir der Mannschaft heute den Obstgarten wieder aufmachen, in welchem nach den „ergiebigen“ Regenfällen der letzten Tage immerhin ein klitzekleines bisschen Hoffnungsglück grünet. – Noch. – Die Mähbrigade genießt also heute ein kleines bisschen vom Sommerfuttergefühl, bevor wir viel zu bald wieder ausschließlich Heu servieren müssen.

Heute waren wir bei der Kuscheltruppe in den Erzgebergen und hatten Möhre dabei. Antje und Andreas haben heimlich ganze Arbeit geleistet – aus Skeptikern wurden Knutschkugeln. Die Wiese hat noch Gras zu bieten; unser Sommerferienlager ist damit ein echter Sechser im Dürre-Wiesenlotto.
Also – einen Model-Wettbewerb gewinnen unsere Pummelchen gerade nicht… Und damit wäre die These dann auch widerlegt, Gemüse mache eine schlanke Taille

12 Aug

Hälmchen aus dem Sack

Unser Sonntagsmärchen – Hälmchen aus dem Sack

Es waren einmal ein paar Schafe, die liebten das Leben gar sehr. Und weil so viele Menschen danach trachteten, es ihnen zu nehmen, begaben sie sich auf kleinere oder größere Reisen, um zu dem Ort zu gelangen, von dem die Legenden erzählten, dass man dort leben dürfe, ohne dafür Gegenleistungen wie Keule, Gulasch oder Salami zu erbringen.
So wohnten sie alle zusammen friedlich auf einer wunderschönen Wiese, machten Ferien in den Bergen oder ließen es sich in Zaubergärten gut gehen, und niemand wollte ihnen künftig mehr etwas Böses.

Nun begab es sich aber, dass eine große Dürre übers Land zog. Das Gras wuchs nicht mehr, die Bäche versiegten, die Vögelchen verdursteten und die Fische erstickten in den Teichen. „Was soll nur aus uns werden?“, barmten die Schafe. „Kein Hälmchen, das hier noch wächst, kein Kräutlein, das man essen könnte! Rundum wird notgeschlachtet, weil das Futter nimmer reicht oder in Gold aufgewogen wird! Nun werden wir doch alle sterben!“

Die guten Wiesenfeen unter der Federführung ihres Oberzauberers Ritter von Rainding erbarmten sich ihrer und zogen übers Land, um Heu zu finden, damit die Schafe nicht sterben mussten. Viele Bauersmänner schüttelten den Kopf, denn ihr Heu reichte noch nicht einmal für das eigene Schlachtvieh. Ein guter Bauersmann jedoch gab ein paar Rollen ab und nahm nur wenige Taler dafür, obwohl die Teuerung übers Futterland gekommen war. Ein anderer Bauersmann in einem anderen Land namens Thüringen hatte auch noch ein paar Brosamen für die bekümmerte kleine Schafherde, und so reiste Ritter von Rainding mitten in der frühen Sonntagnacht mit der gelben Ritterkutsche los, um köstliche Thüringer Halme nach Sachsen zu zaubern.

Doch weil der Ritter schon seit Tagen und Nächten nichts anderes tat, als Notdächer für Notsommerfutter zu errichten und Heu ins Trockene zu bringen, verließen ihn die Kräfte, und er sank mutlos in sich zusammen angesichts des vielen, vielen Heus in der gelben Ritterkutsche.
Da kam ihm ein Zaubersack namens Beutholo-Mäh-us zu Hilfe und trug ihm das Heu Bund für Bund zum Heuschloss, während der Ritter erschöpft am Rain ruhte.
Und als alles in Sicherheit gebracht war, faltete sich der Zaubersack brav zusammen, hüpfte in die Ritterkutsche und legte sich dort in einer Ecke ab.
Die Schafe dankten es ihm sehr und hatten wieder Hoffnung.
Der Ritter aber fuhr erschöpft nach Hause.

Und die Moral von der Geschichte?
Geld kann man weder essen noch verfüttern…

Aber: Ohne Geld gibt’s auch kein Heu. – DANKE an alle Lebenspaten und Notfallspender

06 Aug

„Gras auf die Wiese“

Nicht „Eulen nach Athen“, sondern „Gras auf die Wiese“.Heute war unerwartet Weihnachten mitten im Sommer.Und weil diesen Sommer alles so anders ist, war das allerschönste Sommerweihnachtsgeschenk auf der Wiese eine Krippe voll mit grünem, saftigen, wunderbaren, ganz frisch gehauenen Oelsnitzer Gras, das erntefrisch zu uns gebracht wurde.Die Schafe konnten ihr Glück kaum fassen, und uns ging das Herz auf vor Freude über dieses grüne Präsent. Die Äpfel und die Brotstückchen kamen bei der Truppe natürlich genauso gut an. Unser wunderbarer Sommerweihnachtsmann musste gelegentlich ums Gleichgewicht kämpfen vor lauter überschwänglicher Schafbedrängnis.
Solche Gesten freuen uns auch deswegen so heftig, weil es gut tut zu wissen, dass da Menschen sind, die helfen. Manchmal auch ganz unvermutet.

Gras macht Spaß

05 Aug

Gold zu Heu! Oder: Sonntag.

Hartmannsdorf (Muht Press).
Zu einem Wiesenfriedensbruch kam es heute zum Sonntag Mittag. Der Wettergott hatte nach einer reinigenden Wiesendusche in der Nacht ordnungsgemäß die Sonne etwas heruntergedreht und für ein leises Lüftchen gesorgt, was von der Brigade „Dörr am Stengel“ durchaus wohl-Wolle-nd registriert wurde. Der trügerische Sonntagsfrieden hielt allerdings nur kurz. Gegen 10 setzte eine merkwürdige Betriebsamkeit ein. „So eine Hektik, was ist denn hier heute wieder los?“, wunderte sich das Kollektiv. Auch die halbherzigen Versuche einzelner Hektiker, die Ministerinnen für Ruhe, Ordnung und Wiesenfrieden mittels Baumwipfelsalat zufriedenzustellen, konnten nichts an der erhöhten Wachbereitschaft im Areal ändern- zu Recht, wie sich herausstellte: Mittels eines durchaus lärmenden Gefährts wurden unerwartet Heurollen heran- und herumgefahren.
Skeptisch beäugte die Wiesenbrigade das Geschehen. „Hoffentlich zerstört dieses Unternehmen nicht den Vorgarten“, bangte Lola. „Hoffentlich erwartet hier keiner, dass wir Gold draus spinnen. Da werden wir ja in hundert Jahren nicht fertig!“, äußerte Anni ihre Bedenken. „Wir sind eher für die Bereitstellung von Spinnmaterial und die Fußbodenpflege zuständig“, bestätigte Nanni. „Mehr als Wolle wachsen lassen ist nicht drin.“
Die Abteilungen Kamerun und Skudde enthielten sich der Stimme. „Reicht, wenn viere meckern, wir gehen lieber fressen“, murmelte Frieda. „Aber SO kann das nicht auf Dauer bleiben, wir kommen ja gar nicht ran ans Buffet!“ – „Da fällt uns schon noch was ein“, wisperte Moritz und inspizierte die Planenkonstruktion schon einmal unauffällig aus der Ferne. „Bisher hab ich noch Euch JEDES Schlupfloch gefunden!“

Wir halten Sie auf dem Laufenden.