12 Sep

Blattgrünvertreterinnen

Erstens kommt es anders… Da wollten wir heute unserem Kugelduo Anni und Nanni noch mal frische Limbacher Halme servieren, und dann hatten die zwei Murmeln keine Lust auf Obstkorb-Fahrten… Kurzerhand reichten sie unerwartet flinken Fußes ihre Tickets an Rosalie und Ida weiter. Nun schwelgen eben die beiden Verteterinnen in Blattgrün, allerdings hat Ida schon angekündigt, dass sie den Zaun SEHR genau auf Sicherheitsmängel testen wird. Wir erwarten quasi minütlich DEN ANRUF („Eure Schafe sind in Limbach Eis essen“ oder „Hilfe! Auf meinem Sofa sitzt ein Schaf und guckt Sandmann, muss ich ihm Salzstangen dazu servieren?“) Die Führstricke liegen schon unterm Kopfkissen.

05 Sep

Zu Besuch im Botanischen Garten Chemnitz

Ihr Lieben – heute haben wir den fünf Mädels aus der Regionalrettung, die jetzt im Botanischen Garten Chemnitz um Hahn und Löwenzähnchen buhlen, einen Besuch abgestattet. Noch sehen die Jäckchen ganz schön zerpflückt aus, und der eine oder andere Besucher versucht, sich seinen Reim auf die zerrupften Seelchen zu machen. – Aber die Federn werden sprießen, und es ist gut zu sehen, wie fröhlich, zugewandt und selbstbewusst sie durchs Gehege stiefeln. – Wir kamen dort mit einer Familie ins Gespräch und erzählten stellvertretend die Geschichte der fünf Freiland-Haltungs-Hühnerchen und ihrer Leidensgenossinnen – den über 1000 anderen Glücklichem und den ungezählten, die es nicht ins Leben geschafft haben. „Man will das eigentlich alles gar nicht wissen“ ist eine absolut nachvollziehbare Reaktion, aber auch der Grund, warum diese Mädels so aussehen. – „Man“ will es nicht wissen. – Wir glauben, dass fünf zerzauste und lädierte Legehennen heute ein paar Menschen sehr nachdenklich gemacht haben. – Die fünf – keine Publikumsmagneten, nichts Besonderes, nicht spektakulär und SO außergewöhnlich liebenswert! – freuen sich auf Besuch – keine Einzelfälle, sondern leider die akzeptierte Norm. Während ihre Federn sprießen, geht das millionenfache Elend weiter, und wir sind grad wieder ganz schön traurig. „Man“ gibt es nicht. „Man“ sind wir, Du, ich. Eine der Hennen ist auf jeden Fall schon mal ein echtes Hochsprungtalent, eine zweite hatte sich im Ententeich schicke schwarze Socken angezogen, und zauberhaft sind sie alle.Geht sie mal besuchen, gelegentlich, und sagt ihnen ein leises „Danke“ – sie sind die gewesen, die für die regionalen Eier gesorgt haben.

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26 Jul

Was uns bewegt…

Ihr Lieben, ein aufregender Tag für hunderte (!) Legehennen geht zu Ende. Getreu dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt“, möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass das der Initiative einer wundervollen Frau zu verdanken ist, für deren Hilferuf wir getreu unserer Vereinsphilosophie – Lebensplätze finden und GEMEINSAM was bewegen – lediglich ein bisschen Plattform und Kontaktbörse waren. Die Resonanz war viel größer, als wir das erhofft hätten, und wir sind immer noch vollkommen überwältigt. Die armen, zerrupften Körperchen, die Ihr heute in Empfang genommen habt, zerschlissene Wegwerfware nach intensiver Benutzung, sehen noch nicht „schön“ aus, sie sind, darauf möchten wir aufmerksam machen, aber auch keine tragischen Einzelfälle, sondern leider die tragische Realität. Dass sie heute erleben durften, dass ihr ihnen die Hände gereicht habt, ist mehr als ein Wunder. Für unzählige andere in unfassbarer Menge, die gerade den Eier-Markt bedienen (man misst „Geflügel“ ähnlich wie „Fisch“ selten in Individuen) wird dieses Wunder leider nie wahr. Das „regionale Ei“ ist oft genauso schlimm entstanden wie das „Fleisch“ beim berühmten Metzger des Vertrauens, der seine liebevoll zerlegten Schweinehälften auch nur auf dem Schlachthof eingekauft hat, weil ECHTES „Tierwohl“ (was auch immer das ist, wenn am Ende nach der genetischen Optimierung der viel zu frühe gewaltsame Tod steht) nicht im Ansatz mit den Preisen finanzierbar ist, die wir zu zahlen bereit sind. Die Hennen müssen weiterlegen, weil sie ans System angepasst erzeugt wurden, nicht als Tier, sondern als optimiertes Produkt (kein Vogel legt eigentlich mehr Eier, als es der Arterhaltung dient; Eure „Lohmann brown“, nachzulesen auf der Lohmann-Tierzucht-GmbH-Seite, garantieren im ersten Legejahr ca 330. – Wenn sie nicht vorher sterben, aber die „Vitalitätsrate“ von über 90% unter Idealbedingungen in Jahr 1 ist eigentlich auch Bestandteil des Lieferumfangs. – Für die Haltung wird der Halter nicht zur Verantwortung gezogen, weil sie den entsetzlichen gesetzlichen Vorgaben vollkommen entspricht, und kann der „Hersteller“, der die „Produkte“ optimiert und einem schlimmen, schlimmen System angepasst liefert, ohnehin nicht belangt werden…)Wir danken Euch allen, die ihr bereit wart, den Mädels heute ein Leben zu schenken. Wir wünschen frohes Federsprießen, schnelle Heilung der aufgepickten blutigen Stellen, schnelles Gewöhnen an das Tageslicht und das Wetter (wusstet ihr, dass Hühner in einem anderen Frequenzbereich sehen als wir, und bestimmtes Kunstlicht in ihren Augen flackert? Und wusstet ihr, dass sie in ungezählten „Anlagen“ mindestens 12 Stunden täglich künstlich beleuchtet werden…?). Wir wünschen den Mädels den so wichtigen guten ersten Traum bei Euch. Und wir danken der Initiatorin, die absolut eindrucksvoll gezeigt hat, WAS einer bewegen kann, der an seine Träume glaubt. Auf ihr Konto gehen heute hunderte Seelen, von denen niemand von uns gewusst hätte.DANKE.

26 Jul

Brot für die Welt!

Hartmannsdorf (Muht Press) Mitten in die Coronakrise hinein bricht jetzt auch noch die Urlaubszeit. Damit das alles noch irgendwie zu bewältigen ist, wurde seitens des Ferienhausfachpersonals „Fastnocheinbisschengrünewiese“ damit begonnen, einen Brötchenservice anzubieten. Entsprechend der Hygienevorgaben liefern die Ehrenamtler der Lieferdienste (DANKE) nur bis zur Haustür; die Verteilung muss dann jeweils das Housekeeping übernehmen. – Während die Mitarbeiter strikt auf die Abstandsregeln achten, um den Laden nicht vom Ordnungsamt geschlossen zu bekommen, handhaben die Kunden das nicht ganz so Korrekt. So kam es heute zu großem Gedränge an der Brötchenausgabe. „Wer weiß, wann hier wieder mal was kommt“, murmelte Sabse. „Das mit dem Toilettenpapier hat uns ja nicht ganz so getroffen, aber Lieferengpässe, was Regen angeht, kennen wir nun zur Genüge!“ Rosalie und Ida, zwei Drittel des Trios „Parkpolizei“, warteten mehr oder minder geduldig auf ihre Ration, während Anni und Nanni sich derweil im Zaunklettern übten. Moni erwog kurz Ähnliches, dachte dann aber an ihre Würde und zeigte nur stummen Körpereinsatz. – An die Verteilung schloss sich die Weiterbildung „Bäume essen im Wald – Aber kein Eichhorn?“ an, die Moritz souverän leitete. „Wer Blätter will, muss Bäume biegen“, dozierte er und demonstrierte an mehreren jungen Ahörnern das Vorgehen. „Ihr nehmt den Baum mittig vor die Brust und lauft dann langsam los – SO -, bis ihr an der Krone angekommen seid. – So erweitern wir die Weiden bis in den Himmel hinauf.“ „Schmeckt“, bestätigte Ida, möchte den Versuch aber zunächst ohne Paparazzi wagen. „Nicht, dass ich dann in Wipfeln sitze und in Kronen wohne, bei meiner Wespentaille ist das gar nicht so abwegig“, gab sie zu bedenken. Wir wünschen guten Appetit, eine traumschöne Ferienzeit unter Blätterdächern und Himmelszelten und halten Sie natürlich wie immer auf dem Laufenden.

22 Jul

Mitgliederwerbung 2020

Soeben hat sich ein neues Vereinsmitglied am Vereinshauptsitz vorgestellt. Der Mitgliedsantrag wird aktuell geprüft. Da der Beantragende mit Nutztierhaltung nichts am Hut hat, sieht es aber gut aus mit der Aufnahme. Die Hennen haben ihr Okay gegeben, er sei insgesamt zu stachlig und würde beim Runterschlucken vermutlich im Hals kratzen. Die Wachteln würden ihn sich gern ab und an als Handwagen ausleihen. Die Enten ent-hielten sich der Stimme. – Wir beraten.

14 Jul

Moment – Aufnahme

Momentaufnahme: Auf unserer Schafwiese ist inzwischen viel Platz für alle Seit die Mäher sich um Ruhe und Ordnung kümmern, hat sich der Bewuchs gewandelt. Nicht alles ist Vasen-tauglich, nicht alles schmeckt den Schafen, aber für alles gibt es jemanden, dem es statt dessen mundet. ☝🏻Familie Ameise baut ihr Schloss gerade aus, die Zauneidechsen vermieten vermutlich heimlich unter, und dieses Jahr – WAS für ein unfassbares Glück nach 18 und 19! – kommen die Schafe mit dem Essen kaum hinterher, so fröhlich wächst es

13 Jul

Hilferuf!

Uns erreichte ein sehr dringendster Hilferuf. – Am 25.7. werden hier in der Region jede Menge braune Lohmann-Hennen ausgestallt. – Wir übersetzen kurz: Im Alter von ca 15 Monaten als unrentabel geworden zum Schlachten gebracht. – Jede einzelne möchte aber sehr gern lieber wissen, wie sich Gras anfasst, Wind und Wetter, statt als Dankeschön fürs Eierlegen geschlachtet zu werden. – Diese Hennen gibt es nicht „umsonst“, wir möchten aber hier bitte keine Freikaufodernichtdebatten. Also. Wer hat ein, zwei oder mehr Lebensplätze und pro Leben 2 Euro übrig? Bitte meldet Euch schnell bei uns, damit wir mit helfen und den Kontakt zur Initiatorin herstellen können! Gern unterstützen wir auch das Abholen, wenn Ihr es nicht organisiert bekommt, gebt einfach Zeichen.

13 Jun

Kettenphänomen

An und für sich haben Menschenketten ja was für sich. – Das wussten nur leider unsere Schafe im Ferienlager nicht. – Aber der Alma-Abtrieb ist am Ende dank der Beharrlichkeit der Zweibeiner doch noch geglückt. – Und gewittert hat es immer dort, wo wir gerade NICHT waren.

10 Jun

Sport im Verein

Vereinssport mal anders – Heute spielen wir für Euch das beliebte Mannschaftsspiel „Gras über den Zaun“. (Dabei handelt es sich um eine Abwandlung von „Ball über die Leine“.) – Bei schönstem Regenwetter werden Wiesen leider trotzdem erntereif, und Heu braucht Sonne. – Also hieß es heute „Feinste regionale Kräuterwiese frei Haus geliefert und serviert“. Unsere Schafe im Innen- und Außendienst freuen sich soeben laut und selig schmatzend über dieses unverhoffte absolute Gourmet-Menü. Wir danken wie verrückt den lieben „Verrückten“, die heute im Dauerregen Auto und Hänger mit frischesten Gräsern füllten, um eine sehr spontane Frei-Haus-Lieferung hinzubekommen. – Vielen, vielen Dank, Ihr Lieben

07 Jun

Hausarrest statt Quarantäne!

Hausarrest statt Quarantäne!
Limbach-Oberfrohna/Hartmannsdorf (Muht Press)

Zu einem Notfalleinsatz kam es am heutigen Nachmittag im Sommerlager „Limbach 2“:
Nachdem die Grasexpressmäherinnen Anni und Nanni in den letzten Tagen mehrfach vergeblich versucht hatten, die Physik zu überlisten und sich durch die Maschen des frisch errichteten Zaunes des Sommerlagers zu teleportieren, um das grünere Gras auf der anderen Seite des Zaunes zu verkosten, ging das Gaunerduo zunehmend deutlich gewaltbereiter zur Sache. Während das noch vorhandene Gras auf der richtigen Seite des Zaunes verlockend, aber vergeblich die grüne Fahne schwenkte, gelang es dem durchaus kompromissbereiten Wildzaun immer weniger, dem Ansturm der Doppel-Massen standzuhalten. Das oberste Vereinsgericht beschloss daher heute, spontan wie gewohnt, die beiden korpulenten Zerstörerinnen in Hausarrest zu nehmen. Während sich Anni, vom Tempo des Geschehens überrumpelt, verdutzt, aber widerstandslos abführen ließ, verlangte Nanni, die bessere Hälfte des Gaunerduos, dem Rollkommando etwas mehr Körpereinsatz ab. Das Kopf-an-Kopf-Rennen gewann jedoch letztlich der Vereinsvize Werner, und so gelang es, dem Zaun im Sommerlager vorerst das Leben zu retten.
Moritz, Oberaufseher der Recenia, nahm die beiden Delinquentinnen strengen Blickes in Empfang. „Hier wird jetzt aber nicht mehr so exzessiv reingeleuchtet“, bemerkte er nachdrücklich. „Das muss für ALLE reichen!“ – Währenddessen atmeten die sechs restlichen Sommerfrischler erleichtert auf. „Endlich wieder Ruhe am Tisch“, freute sich Erika von Rinteln. So schnell kann ja gar keiner essen, um hier noch was zu erwischen, bevor es die Dicken aufgegessen haben.“
Anni und Nanni suchen bereits heimlich eine nächste wacklige Stelle im Zaun. „Quarantäne? Querer Quatsch!“, murmelte Nanni leise.
Wir halten Sie auf dem Laufenden.