18 Jan.

Bunt, ja bunt

Kurzimpressionen aus der Bunten Truppe: Während die einen das Wetter etwas misstrauisch beäugen und sich über ihre kuschligen Häuschen freuen, genießt unsere Oma Bertha in netter Gesellschaft ihren Altersruhesitz mit Vollpension und liebevoll mundgerecht zubereiteten Mahlzeiten.

24 Dez.

Rezepttipp fürs Weihnachtsmenü

Hartmannsdorfer Renntier im Speckmantel 

Sie benötigen:

Ein paar Schafe (die Menge ist abhängig von Ihren Lagerkapazitäten und der Größe der Küchenriege)

Für die Füllung:

Gras (wie gewachsen)
Heu (wie ergattert)
Brot – ersetzt den Saucenkuchen (in Stücken, gut getrocknet – Vorsicht mit der Dosierung!)
Möhren, Äpfel, Rote Bete, Futterrüben
Quetschgetreide als Topping
(Für die seniorengerechte Variante häckseln Sie bitte alle Zutaten außer den Schafen (!) ausreichend kurz und klein)

Zubereitung:

Tauschen Sie die Festtagsgarderobe gegen Sachen, die Sie sowieso schon immer loswerden wollten.
Füllen Sie die Zutaten (außer den Schafen!) in Ihnen geeignet scheinende Behältnisse. – Alles ist erlaubt.
Betreten Sie damit die Wiese.

Wundern Sie sich, wie schnell und laut derart beleibte Schafe sein können – sorgen Sie für festen Stand!
Halten Sie die scheinbar geeigneten Behältnisse mit der Füllung prophylaktisch so hoch in die Luft, wie es Ihre Arme hergeben.
Versuchen Sie, Ihre Mitbringsel gerecht zu verteilen.
Schieben Sie Nalas Hände aus Ihren Taschen. Schätzen Sie zeitgleich das Gewicht der Kameruner, die auf Ihren kreischenden Füßen stehen.
Üben Sie Apfelzielwurf für die bescheidenen Skudden. (Inzwischen sollten Sie so eingekeilt sein, dass Sie Ihre Füße problemlos vom Boden lösen und so vor den nächsten spitzen Tritten retten können.)
Schieben Sie Sabses und Annabells Hände aus Ihren Taschen.
Erkennen Sie die fehlende Eignung Ihrer Behältnisse.
Fünf andere Kameruner müssen Sie nicht mehr aus Ihren Taschen entfernen, da diese (die Taschen) inzwischen abgerissen sind.
Versuchen Sie trotzdem noch, allen Schafen gerecht zu werden.

Wenn der Obstkorb leer und Sie ausreichend zerrissen sind, beginnen Sie humpelnd den mühevollen Marsch zum Heubuffet. Lassen Sie sich nicht von den „Wirverhungernumgehend“-Hilfeschreien der Um- und – im-Weg-Stehenden verunsichern – setzen Sie Ihren Gang unbeirrt fort.
Versuchen Sie, die Raufen für alle zu füllen, bevor Ihnen das Heu von den drei „Ih“ (Anni, Nanni und Moni) aus den klammen Händen gerissen wird.
Wundern Sie sich, dass die lautstark die Futtersituation beschimpfenden Kameruner Renntiere überhaupt noch die Füße auf die Erde bekommen. Grübeln Sie kurz panisch, ob es eine unbefleckte Empfängnis vielleicht auch unter Schafen geben könnte.

Als Dessert empfehlen wir eine Dusche.

Wir wünschen allen unseren Freunden, Helfern, Paten und Unterstützern ein friedliches, besinnliches Weihnachtsfest 

23 Dez.

Momentaufnahme in Altenburg – Vierter Advent.

Nach einem sehr emotionalen Tag bedanken wir uns aufs Herzlichste bei den Organisatoren einer großartigen Aktion, aber auch bei den LKW-Fahrern, die anhielten (es gab auch die anderen…), beim Betriebsleiter des Schlachthofes für die Gesprächsbereitschaft und allen, die heute dort waren.

Heute sind statt 3000 unfassbare 5000 Schweine gestorben, im Namen des Festes der Liebe. Die Rinder waren gestern dran. – Ihr könnt sie kaufen, morgen, in Stücken und säuberlich verpackt. – Und nichts wird an sie erinnern, denkt ihr, aber wir haben sie gesehen, zusammen mit den vielen wundervollen Menschen dort, und wir alle sind ihre Stimme.

Wir wünschen Euch allen, Euren Familien, Euren Tieren und den Ungezählten dort draußen in den Ställen ein friedliches Weihnachtsfest – ein Fest der Hoffnung und der Liebe.

Links:

http://www.lvz.de/Region/Altenburg/Rund-60-Tierschuetzer-demonstrieren-am-Schlachthof-in-Altenburg

https://www.facebook.com/leipzighalleanimalsave/videos/279434316063339/

22 Dez.

Weihnachts(vor)freude

Auf unserer Wiese ist schon Weihnachten. Nachdem vorgestern die neue Bettwäsche in den Wäscheschrank geräumt wurde (rumpelstilzchensicher vertäut, nicht, dass der hier Dummheiten macht – Gold braucht hier grad keiner!), bekamen Moritz und Brigade letztens säckeweise und heute bündelweise köstlichstes, kostbares Heu geschenkt. In Zeiten, in denen Heu so wertvoll und rar ist, freut uns das doppelt und dreifach.
Wie möchten uns bei allen Spendern, Unterstützern, Heuundstrohfindern, Dachdeckern, Kaltfüßern, Zaunziehern und Freunden für Euch alle bedanken.
In diesem Jahr, in dem uns so manches Mal angesichts der Umstände ein bisschen der Mu(h)t verließ, kam immer zum genau richtigen Zeitpunkt jemand, der uns die Hände reichte und uns wieder auf die Füße half 👍🏻 Damit konnte erhalten werden, was das Wichtigste ist: Leben. Und zu einem Fest, zu dem im Namen der Liebe und des Familienfriedens die Taktzahlen in den Schlachthöfen noch einmal erhöht werden, damit das Festessen auch gelingen möge, dürfen unsere Schafe die Schwibbbögen im benachbarten Pflegeheim anstaunen, den geschmückten Baum im benachbarten Grundstück, und die einzige Sorge, die sie umtreibt, ist die, möglichst das leckerste Stückchen trockenes Brot zu erwischen, bevor jemand anders aus der Truppe schneller ist. 
Unsere Moni („DasSchaf“) hat inzwischen gruppendynamisch an Lola, Anni und Nanni angedockt, statt tot in Stücke geschnitten zu werden, und findet es nach echten Anlauf- und Verständigungsproblemen mittlerweile ausgesprochen toll, eine große Familie zu haben.
Die Kameruner sind natürlich permanent am Verhungern, die Familie Pommern und Co übt sich in Gelassenheit, und unsere Skudden haben die Schwarze Sieben adoptiert, der das Leben gerade ausgesprochen gut gefällt.
Oma Bertha genießt die Sonderbetreuung im Altersruhesitz, in dem ihr unsere Familie Schwarz und Paula Gesellschaft leisten (und Dummheiten von der Alterspräsidentin lernen).
Kurzum: Wir danken Euch allen, dass Ihr Leben schenkt. 

10 Nov.

Tatort Wiese.

Hartmannsdorf (Muht Press). In schönster Novembersonne kam es am gestrigen Mittag zu einem Herdenüberfall, in dessen Folge es ungezählte Tote geben wird. Die Täter erschienen getarnt als Fußpflegebrigade, angereist von nah, fern und ferner, hatten aber nicht nur Klauenschere und -messer, Gartengerät aller Couleur und Müllbeutel, sondern auch pures Gift dabei.
„Gefangen haben sie uns! Das ist hier nicht üblich! Das lass ich mir nicht nochmal bieten!“, empörte sich Nanni, die den Pediküristen das Leben besonders schwer gemacht hatte. „Wo gibts denn sowas, und sowas nennt sich Tierrettungsverein!“ „Ekelhaft, diese weiße Brühe“, schimpfte auch Annabell. „Ich hab mich wirklich geweigert, das Zeug hinterzuschlucken, aber die haben mich gezwungen! Nochmal nicht!“
„Ich wollte meiner Herde ja helfen, mit einem Stoßtrupp hatten wir den Zaundurchbruch ja schon kurzzeitig geschafft“, murmelte Moritz bedrückt. „Die eine Masche war etwas eng“, gab Sabse zu Protokoll, „wir sollten alle ein bisschen abspecken, dann bleiben wir beim nächsten Mal nicht stecken!“
„Wenigstens ist die Wiese jetzt blitzeblank und sauber“, freute sich KonnyMitK über den aggressionsfreien Einsatz der beiden Leipziger HofLebensglück-Mädels, die sich am Mordgeschehen nicht beteiligt hatten und statt dessen die Wiese kehrten. „Auch die ollen Müllhaufen sind wieder weg“, musste auch Nala zugeben. „Es hat sich sicher noch nicht rumgesprochen, aber wir brauchen hier wirklich keine Flaschenspenden und haben nach wie vor keine Verwendung für Altplastik. Wir recyceln nur Gesträuch!“ „Und Laub! Man hat uns Laub serviert! Bergeweise!“ jubelte Steffi. „Durch den Zaun kommt man da so schlecht ran!“
„Ungewöhnliches Laufgefühl“, wunderte sich währenddessen die schwarze bescheidene Neuskudde. „Ich dachte immer, Kippeln gehört zum Wandern dazu, aber mit diesen glattgefeilten Füßen läuft es sich gleich viel schöner!“ – Sprachs – und probierte vorsichtig einen Freudenhüpfer.
Die drei Skuddenkinder bewunderten derweil gegenseitig ihre funkelnagelneuen gelben Ohrringe. „Etwas mehr Auswahl wäre nett gewesen. Ich hätt meine gern mit Einhörnern gehabt“, sagte Tofu, bevor sie sich einen Spiegel suchte. „Jetzt sind wir in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen“, freute sich Olga.
Einzig Moni, formerly known as DasSchafDasDemPonyGehörte, trug die Angelegenheit mit Fassung. „Ich weiß gar nicht, was die ganze Aufregung soll – schicke Nägel, Kuschelüberfälle, Brot zuhauf. Ein wundervoller Tag! Jetzt fehlt mir nur noch mein Pony, dann wär ich hier auch glücklich. – Das wünsch ich mir einfach zu Weihnachten.“

Die eigentliche Tragödie jedoch vollzog sich im Stillen.

Aus aktuellem Anlass – Ein Nachruf.

Es wohnte innen drin im Schaf
Familie Wurm sehr still und brav.
Sie war’n bescheiden, stumm und friedlich
Und fanden ihre Kindlein niedlich.

Der Mensch mag Wurm im Schaf nicht leiden
Und tat deshalb zum Morde schreiten:
Er kippte Gift ins Schaf hinein
Und es begann im Schaf die Pein.

Es krümmt sich wimmernd Mutter Wurm
Und Vater Wurm ging aus der Form.
Die kleinen süßen Würmerkindel
Verschmutzen panisch ihre Windel –
Und unter Tränen und Geschrei
War’s Würmerleben dann vorbei.

Dem Schaf entfliegt ein leiser Wind,
Weil Seelen auf der Reise sind…
Mit Schafgewürmen ist nun Schluss. –
Es sieht der Mensch das mit Genuss.

Die kleinen, armen Würmchenseelen
Die werden dieser Erde fehlen!!!!
Sie waren echte Pazifisten. –
Nun ruhen sie in schmalen Kisten.

Ruht in Frieden.

27 Okt.

Beautytipps zum Wochenende

Hier kommt die Werbung – heute: Beautytipps zum Wochenende.

Bertha und Paula haben heute keine Mühen und Gefahren gescheut und sind für Euch in den Gemüsegarten eingebrochen. Dort gelang es den beiden, ihre Grasdiät, die besonders bei Bertha bereits für deutliche Verjüngungseffekte sorgte, noch einmal zu optimieren. Die Kombination „Allerlei Gutes vom Hochbeet“ und „Mangold“ wird aktuell ausgiebig im Tierversuch auch gegen den erklärten Protest der Gemüsegärtnerin getestet; die ersten Ergebnisse aber sind vielversprechend. Bertha, Schafoma im vierten Frühling, freut sich inzwischen nicht nur über volleres, glänzendes Haar („Lass es leben mit Grahahaaaas“), sondern auch über den Anti-Aging-Effekt des täglich in mehreren Dosen genossenen Vitalgemüses („Wir lieben Lebensmittel“).
Die Jugendbrigade, deren Haar noch schwarz ist, setzt derzeit eher auf Brombeere.

Da sagen wir mal:
Mangold. – Weil wir es uns wert sind.

20 Okt.

Begnadigung: Todesstrafe wird in „Lebenslänglich“ umgewandelt

 

Hartmannsdorf (Muht Press). Ein längeres Fast-Familiendrama fand heute auf der Wiese sein Ende: Ein Schaf, das vor vielen Jahren aus seiner Woll-Familie in die Fremde verkauft worden war und fortan sein Leben als Gesellschafterin eines Ponys fristete, wurde heute überraschend auf die Wiese schafversetzt. Es war daheim mehrfach straffällig geworden: Neben Grasmissbrauchs in zahlreichen Fällen kamen auch noch Sachbeschädigung und Wirrsinn zur Verhandlung.

Das Urteil, im Frühjahr gesprochen, lautete „Tod durch Erstechen“, konnte jedoch in buchstäblich letzter Sekunde noch einmal ausgesetzt werden: Der beauftragte Vollstrecker wurde noch am Abend der geplanten Urteilsvollstreckung, ca zwei Stunden vor dem Termin, zunächst abbestellt. – Ein Vor-Ort-Termin der Berufungsstelle von Muht zum Gras ergab die prinzipielle Möglichkeit der Umwandlung des Todesurteils in „Lebenslänglich Schafherde“, jedoch ging die Familie des Tieres nun überraschend in Widerspruch und behielt das Strafschaf auf Probe selbst. – Mit dem nahenden Winter mehrten sich jedoch die Probleme erneut, und die Aussetzung der Strafe wurde von der Familie widerrufen.
Die Berufungskommission eilte daher heute wieder zur Abwendung der erneut drohenden Todesstrafe. Das straffällig gewordene Schaf wurde durch eine Polizeibeamtin und den zuständigen Wiesenwärter abgeführt und am heutigen Tag auf die Wiese zur Verbüßung der lebenslänglichen Herdenstrafe verbracht.
Moritz, Oberwiesenaufseher und Herdenverantwortlicher, nahm die Neue in die Runde auf und erklärte ihr zunächst das Wiesengesetz. MariettaDieKugel kümmerte sich sodann um die Integration in die Truppe. „Ich versteh zwar nicht, was sie da sagt, sie spricht irgendeine Fremdsprache“, sagte Marietta, „aber mit Klauen und Kopf kriegen wir das schon hin mit der Verständigung. Ich bleib in ihrer Nähe und helfe ihr, sich zurechtzufinden.“ „Endlich jemand, der noch dicker ist als wir“, freuten sich Anni und Nanni unisono. „Da fühlt man sich ja gleich wie Heidi Klum!“ „Klumbum“, murmelte Alma Von Stollberg. „Allmählich reichts mit diesen Neuerungen, man blickt ja kaum noch durch!“
Die Neue, die den Namen „DasSchaf“ erhielt, bemüht sich unterdessen redlich, nicht aufzufallen. „Ich mach auch wirklich nichts mehr kaputt“, flüsterte sie niedergeschlagen. „Ich wollte das nie, aber ich war so durcheinander und irgendwie nicht ich selbst.“
Brigade Wolle wurde von Moritz zur Patenbrigade der Neuen ernannt. „Ihr zeigt ihr jetzt die Wiese und wir alle zusammen das ordnungsgemäße Leben“, ordnete er an.
Während dieser Ansprache fuhr am Tor ein Pferdegespann vorbei. DasSchaf rief etwas von „Meinesgleichen“ und rannte am Zaun mit, bis der zu Ende war. „Völlig verrückt, der müssen wir erstmal schafisch beibringen“, stöhnte Marietta und suchte nach den Lehrbüchern.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

PS. Liebe DasSchaf, wir wünschen Dir von Herzen ein gutes Ankommen an diesem aufregenden Tag nach diesem gefährlichen Halbjahr und ganz viele, viele schöne Schaftage in der Gesellschaft, die Du brauchst. Pferde, weißt Du, sind gar keine Wiederkäuer. Willkommen bei uns – willkommen im Leben.

06 Okt.

Wiesenbewohner

Heute möchten wir Euch auch einmal ein „paar“ der anderen Wiesenbewohner vorstellen, die hier friedlich mit unseren Schafen das Terrain teilen und eifrig an ihrem Wohnhaus bauen.
Während wir Zäune ausgesprochen umständlich, aber natürlich selbstverständlich um Eingänge von unterirdischen Baumeistern herum bauen, um ihnen ihre Wege nicht zu versperren, hat Familie Ameise im Frühjahr beschlossen, ihr Domizil gleich mittendrin im Schafparadies zu errichten. Nun staunen wir täglich übers Bautempo der sechsbeinigen Architekten (Übrigens: „Die Mehrheit auf Terra hatte sechs Beine.“ – Wilson in „Schrödingers Katze“) und freuen uns still, dass hier auch andere Wesen so ganz selbstverständlich sichere Lebensräume haben dürfen. – Von den Eidechsen und Krötlein erzählen wir Euch später auch noch.

03 Okt.

Ziemlich sicher ohne Raps: Boheumian Rhapsody. (The Wiesen-Queen)

Hartmannsdorf (Muht Press). Zu einem kollektiven Erleichterungsseufzer von Mensch und Tier kam es heute zum Feiertag auf der Wiese „Schaf ahoi“: Dem findigen Personal der Mähbrigade „GrünJaGrün“ war es wahrhaftig gelungen, in Zeiten nicht mehr vorhandener Heureserven weitere 4 Ballen auf die Wiese zu bekommen. Woher dieser Trockengrassegen kam, wird auf ewig das Geheimnis der Grasdealer bleiben; die Wiesenbewohner jedoch sahen es mit Freuden. „Wir hatten ziemliche Bedenken, ob die Futterkammer wirklich über den Winter reicht“, gab Nala zu. „Die Dicken hier haben einen ordentlichen Grundumsatz, da hat manches nette Schaf dann doch gern mal das traurige Nachsehen.“
„Und nachdem gestern die versprochene Lieferung nicht kam und wir bis in die tiefe Nacht noch hofften, war die Stimmung ziemlich gedrückt“, erklärte Sabse. „Aber nun ist ja das Winterheu im Trockenen.“ „Ich bin SO froh, dass meine Herde jetzt WIRKLICH solide abgesichert ist“, gab Moritz zu Protokoll. „Da kann ich mir dieses heimliche Aushängen der Zäune glatt sparen – die Mädels werden NICHT verhungern!“
„Solide – groß – beruhigend“, äußerten Anni und Nanni nach eingehender Gütekontrolle der neuen Vorräte unisono. „Allmählich glaube ich auch daran, dass unsere Kinder in ihrem ersten Winter nicht hungern müssen“, meinte Skuddenzwillingsmutti Matilda sehr gerührt und wischte sich verstohlen ein Erleichterungstränchen an Mitmutter Soja ab. „Es ist ein WUNDER“, flüsterte die Kuller ehrfürchtig.
Auch die Abteilung „Sechse ziehen durch die ganze Welt“ zeigte sich beruhigt. „Wir sind zwar wirklich mit wenig zufrieden“, sagte Alma, „aber es tut gut, zu wissen, dass es nun auch ein bisschen mehr sein darf!“
Die Kameruner schauten dennoch ein wenig skeptisch in den Herbststurm. „Wir sorgen trotzdem weiter für den Ganzjahresspeck, man weiß ja nie. Besser kullerrund als grashälmchendürr. Dann wird man auch nicht so schnell umgepustet.“
Einzig Bertha und Lola ruhten weiterhin in sich. „Seit wir hier sind, hat sich unser Leben dermaßen gedreht, dass wir vollstes Vertrauen in die Leute hier haben. Es gab bisher nie wieder einen Hunger-oder Dursttag, die Ketten am Hals sind Geschichte, die Dächer überm Kopf reichen locker für alle, und wir müssen nicht mehr sehen, dass wir irgendwie so schlecht und recht zurechtkommen“, sagte Lola, Polizeischaf der Wiese. „Ich werde auch in meinem 18. Winter ganz sicher bestens umsorgt“, zeigte sich Bertchen ebenfalls sehr zuversichtlich. „Und ich freue mich schon auf das frische Frühlingsgrün im nächsten Jahr.“

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

PS. Ohne Lebenspaten keine Leben – wir danken im Namen der Mähfamilie mal wieder allen ganz, ganz herzlich, die uns hier unterstützen Zusammen mit Euch schaffen wir dann eben doch immer das Unmögliche – auch in Zeiten großer Teuerunge.

29 Sep.

Gut sortiert ins Wochenende, oder: Der Herbst macht heiter weiter.

Hartmannsdorf (Muht Press). Die sechs Sommerurlauberinnen und Schmetterlingswiesenbetreuerinnen, welche seit Mittwoch für die Wintersaison in Hartmannsdorf residieren, haben inzwischen die Wiese erkundet und sich ein erstes Bild gemacht.

Die Sprosse gab auf Nachfragen unserer Zeitung eine erste Einschätzung der Situation: „Es ist sehr nett hier, die Außenanlagen sind idyllisch und die Nachbarn sehr freundlich. Heute wurde ja dann auch unsere Villa von der Schmetterlingswiese angeliefert, sodass wir ein extra Appartement hätten, falls uns das Gewusel dieser lauten Kurzhaarfrisurenträger mal zu viel werden sollte.“ „Wir bleiben immer hübsch zusammen, das machen die anderen schließlich auch. Eine für alle, alle für eine“, stellte Erika fest.
„Wir fressen sortenrein“, äußerte sich MariettaDieKugel zum Sachverhalt. „Wo kämen wir denn da hin, wenn hier alles durcheinanderginge! Wir hatten schon genug damit zu tun, den drei Sachsen eine ordentliche Mittagsruhe beizubringen. Das strukturiert den Tag!“ „Hier fressen irgendwie alle dauernd und ununterbrochen“, wunderte sich auch Steffi. „Und kaum kommt irgendwer gelaufen, rennt alles brüllend los und beschwert sich übers Buffet.“
„Im Wald war’s ruhiger“, schätzte auch Alma die aktuelle Situation ein. „Allerdings ist es auch ganz lustig, die anderen beim Kampf um das beste Blättchen zu beobachten.“
Familie Skudde stimmte, schweigend wie immer, den Statements der Brigade „Alle sechse“ zu, während die Kameruner schon wieder schreiend auf den nächsten Wiesenbesuch zustürzten.

Bertha und Lola, Stammmütter des Vereins, schwiegen gemütlich ins Gras hinein, während Anni und Nanni erste Sorgen äußerten. „Hoffentlich reicht das Heu für uns alle, es war ja ein sehr wenig wuchsfreudiges Jahr“, barmte Anni. „Am Dienstag soll wohl noch ein Portiönchen geliefert werden, hoffentlich bekommt der Roomservice das auch hin!“ „Die neue Futterstelle steht ja schon mal, da haben wir zumindest alle gleichzeitig Platz am Tisch“, zeigte sich Nanni verhalten optimistisch.

Wir bangen mit und halten Sie natürlich auf dem Laufenden.