22 Okt.

Verflüchtigt

Flüchtiger endlich eingefangen!

Hartmannsdorf (Muht Press).

Zu einem ungeheuerlichen Vorfall kam es am gestrigen Tag in einem Gewerbegebiet in Freiberg. Schaf Franz, der seine Entführung aus seinem einsamen Witwer-Zuhause vor 4,5 Monaten mit geplanter Verbringung in die Hartmannsdorfer Fremde durch eine sehr beherzte Flucht gerade noch verhindern konnte, ging gestern seinen Häschern doch noch ins Netz. Nach drei Pieksern unbekannter Herkunft und einem sich anschließenden heftigen Anfall von Müdigkeit wurde er in einem ihm unbekannten Transportmittel wach. „Erst mal die Lage sondieren, und dann wieder ab durch die Mitte“, dachte sich der eben Erwachte, als Fremde sich an seinem Gefängnis zu schaffen machten, und fand die Schwachstelle der Konstruktion. Sein erneuter Fluchtversuch wurde nur durch das schändliche Eingreifen einer ihm unbekannten Person verhindert, der er kurzzeitig auf der Schulter hing. „Das nennt man dann wohl „eine dicke Lippe riskieren“, kommentierte er kurz den Schmerzlaut der äußerst hinderlichen Person, bevor er von zwei Männern zurückgedrängt wurde. – Als er das Gefährt endlich verlassen durfte, fand er sich in einer Meute ihm ebenfalls unbekannter Artgenossen wieder, die ihn interessiert begutachteten. „Mir brummt der Schädel, ich hab keine Ahnung, was passiert ist, und ich vermute, dass ich schlafe, träume und Schäfchen zähle“, murmelte er vor sich hin und begann etwas schwankend den Marsch in den Obstgarten. „Was ist denn mit dem los? Hat der gestern zu viel Abschied gefeiert?“, wunderte sich Derschaf, der dem missachteten Begrüßungskomitee angehörte, und legte irritiert den Begrüßungsblumenstrauß zur Seite. „Das wird schon“, murmelte Sammy zuversichtlich. „Wir organisieren die Willkommensparty eben später.“ Der Rest der Brigade „Wiese marsch“ nahm schulterzuckend das Tagwerk wieder auf, während der Neuankömmling weiter versuchte, die Lage zu verstehen. „Ich schlafe jetzt einfach weiter, wache dann auf und bin in meinem Gewerbegebiet. Alleine.“, beschloss er schließlich und rollte sich unter einem Apfelbaum zusammen.

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Gestern zog Franz im Glück also endlich bei uns ein. Wir danken allen Unermüdlichen, den Anfütterern, dem Besitzer, der Franz sein Zuhause gab, auch als seine Mädels gestorben waren, dem Tierarzt und natürlich Heike für die Geduld und für das „Niemals aufgeben“. Franz hatte 4,5 Monate immer einen vollen Bauch, erfreut sich bester Gesundheit (das Abenteuer hat ihm nicht geschadet) – aber eben kein Schaf, mit dem er sich unterhalten konnte. – Wir hoffen, dass er bei uns schnell Anschluss findet, und freuen uns über unser neuestes Familienmitglied mit der bewegten Geschichte. – Willkommen bei uns, lieber Franz im Glück!